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Der Name Scherlebeck taucht erstmals 1199 im Güterverzeichnis des Grafen Heinrich von Dale auf, als "curia Scredelbeke" – "Scredel" kommt von dem altdeutschen "Scart" und bedeutet Grenze, "Beke" kommt aus dem Mittelniederdeutschen und bedeutet soviel wie Bach. Scherlebeck heißt demnach soviel wie "Siedlung am Grenzbach". Ackerbau und Viehzucht prägten das Bild der Landschaft und die Wälder wiesen einen beachtlichen Wildbestand auf. Im letzten Drittel des vorigen Jahrhunderts wurde der Ort Scherlebeck aus seinem friedlichen Dasein geweckt. Die Bergwerksgesellschaft "Hibernia" in Herne erwarb 1898 auf Betreiben des Bergrates "Behrens" die Zeche "Schlägel und Eisen" in Disteln mit den in Scherlebeck liegenden Grubenfeldern "Deutscher Kronprinz" und "Reichskanzler". Am Todestag des Altreichskanzlers Bismarck wurde der erste Spatenstich zum Schacht 5 getan, dem der Schacht 6 folgte. Mit dem Zechenbau begann die Ansiedlung der Arbeiter, die aus allen Teilen des Reiches ins Ruhrgebiet strömten. Die ersten Vierfamilienhäuser für die Bergleute wurden an der Polsumer-, Schlägel-, und Margenboomstraße gebaut. In den Jahren 1899/1900 ließ Bergrat Behrens die Arbeitersiedlung "Gertrudenau" mit rund 100 Vierfamilienhäusern bauen. Behrens, der die Namen seiner Gattin und seiner Kinder in den Straßennamen verewigte, trieb die Bautätigkeit weiter voran. An der Südwest - Seite der Kolonie legte man einen Park an. Dieser wurde eingezäunt und abends abgeschlossen. Ein Pavillon wurde errichtet und mehrere Blumenbeete gepflanzt. Sonntagmittags fanden dort die Konzerte der Bergkapelle statt. Jahrzehntelang wurde das Stadtbild Scherlebecks von der Zeche "Schlägel und Eisen" geprägt.
Hier einige Bilder aus der Zeit um 1900...
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